Schimmel am Fenster, Rahmen und Fugen entfernen

So erkennen Sie Schimmel am Fenster

Nicht immer zeigt sich Schimmel im typischen Pelz und mit schwarzen Punkten. 
Es hilft, nicht nur optisch nach Schimmel Ausschau zu halten, sondern dies auch über riechen und fühlen zu prüfen.

Riecht es schon seit Längerem muffig in manchen Räumen? Hilft auch Stoßlüften nicht? Fühlen sich Ihre Wände stellenweise feucht an oder bröckelt der Putz? Bildet sich häufig Kondenswasser am Fenster?
Dann kann es sein, dass sich bei Ihnen Schimmel bereits heimisch fühlt.

Gründe für Schimmel am Fenster

  • Undichtes Fenster: Ist das Fenster undicht, kann Feuchtigkeit in das Fenster eintreten und sich sammeln – ideale Voraussetzungen für Schimmel.
  • Undichter Wandanschluss
  • Zu hohe Luftfeuchtigkeit: Ist die Luftfeuchtigkeit besonders hoch, ist der Schimmel nicht weit. Typisch ist oft Schimmel im Schlafzimmer oder im Bad.
  • Wasserschaden: Wie beim undichten Fenster sammelt sich Wasser an und bietet Schimmel eine günstige Basis.
  • Zu wenig geheizt
  • Mangelhaftes Lüften
  • Baumängel beispielsweise beim Neubau
  • Fenster dämmt besser als Fassade: Handelt es sich um eine ältere Immobilie, deren Fassadendämmung schlechter als das neue 3-fach verglaste Fenster ist, kann es zu Wärmebrücken kommen, die Schimmelbildung begünstigen.
  • Kondenswasserbildung
  • Wärmebrücken
  • Kältebereich durch schwere Vorhänge
  • Dachfenster sind stärker ausgekühlt

So vermeiden Sie Schimmel

Um Schimmel vorzubeugen, gibt es einfache Tricks, die Sie anwenden können. Stoßlüften Sie jeden Tag morgens und abends. Sie müssen die Heizung nicht voll aufdrehen, sollten jedoch für eine angenehme Zimmertemperatur sorgen. Überprüfen Sie außerdem regelmäßig die Luftfeuchte mit einem Hygrometer und senken Sie die Luftfeuchtigkeit, wenn diese zu hoch ist.
Lüften Sie nach dem Duschen, Kochen, etc. gründlich. Auch die Fensterdichtungen zu erneuern, kann unter Umständen helfen.

Schimmel am Fenster? Das können Sie dagegen tun

Schimmel Vermieter melden

Der erste Schritt bei Schimmelbefall in der Mietwohnung sollte sein, Ihrem Vermieter den Schimmelbefall zu melden. Bitten Sie ihn schriftlich, den Schaden zu besehen und den Schimmel zu entfernen. Je nach Vermieter bietet es sich an, eine Frist zu setzen.

Selbst Schimmel entfernen

Einen Schimmelbefall von max. 0,5 m² im Eigenheim können Sie, wenn Sie möchten und nicht abwehrgeschwächt sind, auch selbst entfernen. 
Bei einem umfangreichen Schimmelbefall kann es sich lohnen, einen Gutachter kommen zu lassen, bevor der Schimmel von einem Experten entfernt wird.

Schimmel beseitigen lassen

Einen Experten sollten Sie rufen, wenn sich um einen großflächigen Befall handelt oder dieser schon tiefer geht. Auch wenn Sie unsicher sind, macht die Schimmelbeseitigung durch eine Fachkraft Sinn.
Mit dem Gutachten können Sie den Schimmelbefall Ihrer Versicherung melden und sich so bestenfalls die Kosten erstatten lassen.

Wann sollte ich bei Schimmelbefall in ein neues Fenster investieren?

Haben Sie den Schimmelbefall früh erkannt, können Sie meist den Schimmel selbst entfernen oder von einem Experten fachgerecht entfernen lassen. Das Fenster ist vorerst gerettet.

In manchen Fällen kann es jedoch sein, dass der Befall schon so weit fortgeschritten ist, sodass sich nur noch ein Austausch lohnt. Sprechen Sie auch unbedingt mit einem Experten um herauszufinden, ob es Ihrer Gesundheit gut tut, das Fenster weiter zu nutzen.
Je nachdem, um welches Material es sich handelt und ob die Funktionen des Fensters unter dem Schimmel gelitten haben, kann sich die Investition in ein neues Fenster lohnen. Holz leidet beispielsweise mehr unter Schimmel als Kunststoff.
Auch wenn der Schimmel immer wiederkehrt, kann das ein Zeichen für ein neues Fenster sein.

Schimmel am Fenster entfernen

Theoretisch können Sie bei guter Gesundheit und kleinem Schimmelbefall – max. 0,5 m² – Schimmel selbst entfernen.
Hierzu bieten sich Anti-Schimmel-Mittel oder Hausmittel wie hochprozentiger Alkohol an. Von der Verwendung von  Backpulver, Essig und Co. sollten Sie absehen – sie können das Material schädigen und ggf. sogar den Schimmelwachstum begünstigen.

Beachten Sie: Die genannten Mittel wirken in der Regel nur oberflächlich. Um den Schimmel dauerhaft zu entfernen, sollten Sie die Ursache ermitteln und entfernen. 

Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Tragen Sie in jedem Fall Schutzkleidung und eine Atemschutzmaske, wenn Sie Schimmel selbst entfernen möchten.
  2. Räumen Sie Mobiliar am Fenster aus dem Weg und decken Sie den Boden rund um das Fenster ab.
  3. Nehmen Sie Fenstervorhänge oder anderen Sichtschutz ab und waschen oder putzen Sie diese, selbst wenn sie nicht sichtbar von Schimmel befallen sind.
  4. Schimmel an der Wand rund um das Fenster können Sie mit einem Anti-Schimmel-Mittel entfernen.
  5. Tragen Sie das Mittel nicht direkt auf, sondern geben Sie davon gemäß Anleitung des Produkts etwas auf einen Lappen. Bearbeiten Sie dann die Stelle damit.
  6. Haben Sie die Wand um Ihr Fenster tapeziert, sollten Sie bei Schimmelbefall die Tapete entfernen und entsorgen.
  7. Erst dann sollten Sie wie in Schritt 5 vorgehen.
  8. Schauen Sie sich auch die Fensterfugen genau an. Hat sich hier Schimmel gebildet, können Sie diesen evtl. mit dem Anti-Schimmel-Mittel und einer alten Zahnbürste entfernen.
  9. Die Übergänge zwischen Fenster und Fensterbank zur Wand sind häufig mit Silikon oder Acryl abgedichtet. Hat sich auch hier Schimmel angesammelt, sollten Sie, wenn Sie sich das selbst zutrauen, mit einem Cutter die Silikonfugen entfernen.
  10. Tragen Sie nach abgeschlossener Schimmelbehandlung diese neu auf.
  11. Öffnen Sie das Fenster und schauen Sie sich auch dort den Fensterrahmen genau an. Entfernen Sie auch hier Schimmelbefall mit Lappen und alter Zahnbürste gründlich.
  12. Heizen Sie nicht nur im Anschluss zur Beseitigungsaktion nicht zu sparsam. Stoßlüften Sie regelmäßig morgens und abends für 5-10 Minuten.
  13. Lassen Sie die Wand rund um das Fenster gut austrocknen und “atmen”.
  14. Beobachten Sie die Stelle genau. Erst wenn Sie sich sicher sind, dass sich die Stelle erholt hat, können Sie wieder neu tapezieren oder mit Kalkfarbe überstreichen.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell entsteht Schimmel am Fenster?

Schimmel liebt es warm und feucht. Sind solche Bedingungen gegeben, kann es recht schnell gehen und nur binnen weniger Tage Schimmel am Fenster entstehen.

Ist Schimmel am Fenster gefährlich?

Theoretisch ist jeder Schimmel am Fenster gesundheitsschädlich und somit gefährlich. Es gibt jedoch Arten die gefährlicher sind als andere – wie beispielsweise gelber Schimmel. Schwarzer Schimmel ist zwar auch gesundheitsschädlich und hartnäckig, aber nicht so gefährlich. Kommen Sie regelmäßig über längere Zeit mit Schimmel in Kontakt, wirkt sich das in jedem Fall auf Ihre Gesundheit aus. Insbesondere kleine Kinder, Schwangere oder abwehrgeschwächte Personen sollten den Kontakt mit Schimmel meiden.

Muss der Mieter oder Vermieter zahlen?

Bei der Frage ob Mieter oder Vermieter die Entfernung des Schimmels bzw. den verursachten Schaden zahlen müssen, ist es wichtig herauszufinden, was den Schimmel verursacht hat. Kann beispielsweise nachgewiesen werden, dass “nie” gelüftet wurde, kann die Zahlung zu Lasten des Mieters gehen. Hat jedoch der Mieter den Schimmel nicht verursacht, muss der Vermieter zahlen.

Stellen undichte Fenster einen Grund für eine Mietminderung dar?

Grundsätzlich können undichte Fenster einen Grund für eine Mietminderung darstellen. Undichte Fenster sorgen nicht für einen hohen Energieverlust, der die Nebenkosten erhöht, sondern lassen auch vermehrt Feuchtigkeit in den Raum. Diese begünstigt die Schimmelbildung. Kümmert sich der Vermieter nach Ablauf einer vereinbarten Frist immer noch nicht um die Reparatur oder ggf. um die Beseitigung des Schimmels, können Sie die Mietkosten mindern. Das sollten Sie jedoch nur tun, wenn Sie sich sicher sind, dass Sie den Schimmel nicht selbst verursacht haben.

Über den Autor

Christian verantwortet im Fensterstudio Ewen die Beratung, den Verkauf und die Montage von hochwertigen Bauelementen aller Art. Sein Anspruch ist es, seinen Kunden jederzeit fachlich kompetent und beratend in Fragen des Neu-, Aus- und Umbaus zur Seite zu stehen - so auch auf Conwindo.
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