Schimmel im Schlafzimmer: Das können Sie tun

Schimmel im Schlafzimmer erkennen

Sie möchten Ihr Schlafzimmer auf Schimmelbefall prüfen? Schauen Sie sich Ecken, Wand, Decke und Ihre Fenster genau an. Oder haben Sie bereits etwas entdeckt, das Ihrer Meinung nach Schimmel sein könnte?

Schimmel können Sie wie folgt erkennen:

  1. Riecht das Schlafzimmer dauerhaft muffig und kehrt der Geruch auch nach dem Lüften wieder? 
  2. Können Sie bröckelnden Putz oder dunkle, vielleicht sogar pelzige Stellen mit schwarzen Punkten entdecken?
  3. Fühlen sich Zimmerwände oder Decke stellenweise feucht an? 

Beachten Sie außerdem: Schimmel gibt es in verschieden Farben – es gibt grünen, schwarzen, weißen, roten oder gelben Schimmel. Letztendlich sind alle Schimmelarten gesundheitsschädlich – gelber Schimmel ist jedoch besonders gefährlich. Schwarzer Schimmel ist besonders hartnäckig und weit verbreitet, jedoch nicht ganz so gefährlich wie die gelbe Art.

Warum bildet sich Schimmel im Schlafzimmer? Mögliche Ursachen

Sie haben Schimmel im Schlafzimmer entdeckt und fragen sich, wie dieser entstehen konnte. Schimmel kann sich im Schlafzimmer aus verschiedensten Gründen bilden.

Grundsätzlich – nicht nur im Schlafzimmer – nistet sich Schimmel gern dort ein, wo es feucht und warm ist.

Im Schlafzimmer ist diese Voraussetzung optimal gegeben. Beim Schlafen sondert der Mensch viel Feuchtigkeit ab. Wird dann nicht gelüftet, kann der Schimmel es sich gemütlich machen. Aber auch andere Ursachen neben unsachgemäßem Lüften oder geringem Heizen können zu Schimmel führen. Dazu zählen auch undichte Fenster, Wasserschäden oder Baumängel.

Das sollten Sie bei Schimmelbefall im Schlafzimmer tun

1. Vorübergehend in anderem Zimmer schlafen

Schimmel ist gesundheitsschädigend. Ernste Auswirkungen können auftreten, wenn Sie regelmäßig bzw. täglich in Kontakt mit selbigem kommen.

Nächtigen Sie daher, wenn Sie Schimmel im Schlafzimmer entdeckt haben, bestenfalls in einem anderem Zimmer.

2. Vermieter informieren

Haben Sie in Ihrer Mietwohnung Schimmel entdeckt, sollten Sie zunächst Ihren Vermieter kontaktieren. Dieser sollte sich den Schimmel ansehen und entfernen. Setzen Sie mit Ihrem Vermieter – bestenfalls schriftlich – eine Frist fest, innerhalb welcher der Schimmel beseitigt werden muss.

3. Gegebenenfalls Schimmel selbst entfernen

Handelt es sich um Ihr Eigentum, können Sie bei einem Schimmelbefall von 0,5 m² Größe selbst den Schimmel entfernen. Das sollten Sie jedoch nur tun, wenn Sie weder durch ein geschwächtes Immunsystem vorbelastet sind noch dabei Unsicherheiten verspüren. 

Ist der Schaden größer, können Sie ein Gutachten erstellen lassen, mittels dessen Sie den Schaden der Versicherung melden können.

4. Schimmel vom Experten beseitigen lassen

Lassen Sie großen oder tiefgehenden Schimmelbefall unbedingt vom Experten entfernen. Einfache Schimmelmittel wirken nur oberflächlich und verhindern nicht, dass ein großer Befall sich weiter ausbreitet. Den Schaden sollten Sie außerdem – mit Gutachten – Ihrer Versicherung melden. Bestenfalls bekommen Sie hier Ihre Kosten erstattet. 

So entfernen Sie Schimmel

Schimmelbefall bis zu 0,5 m² können Sie auch selbst entfernen. Das sollten Sie jedoch nur tun, wenn Sie gesundheitlich fit sind und sich der Aufgabe gewachsen fühlen.
Seien Sie sich bewusst, dass Anti-Schimmel-Mittel oder ähnliche Hausmittel nur oberflächlich wirken.

Ermitteln Sie unbedingt parallel zur Anwendung die Schimmelursache und beseitigen Sie diese. Nur so stellen Sie sicher, dass der Schimmel nicht wiederkehrt.

Entfernen können Sie den Schimmel wie folgt:

  1. Ziehen Sie als Erstes Schutzkleidung sowie eine Atemschutzmaske an.
  2. Stecken Sie alle im Raum befindlichen Textilien, die gewaschen werden können – Bettwäsche, evtl. Teppich, etc. – bei hoher Temperatur in die Waschmaschine.
  3. Decken Sie nicht betroffenes Mobiliar ab.
  4. Befindet sich der Schimmel an der Decke, in einer Ecke bzw. an der Wand, können Sie diesen mit einem Anti-Schimmel-Mittel bearbeiten.
  5. Übertragen Sie dazu etwas Mittel auf einen Lappen und entfernen Sie dann mit dem Lappen den Schimmel.
  6. Haben Sie Tapete in Ihrem Schlafzimmer, müssen Sie diese gänzlich entfernen und entsorgen.
  7. Erst dann sollten Sie die darunterliegende Wand mit Lappen und Mittel bearbeiten.
  8. Genauso sollten Sie mit Putz verfahren: Entfernen Sie ausreichend Putz und tragen Sie dann das Mittel auf.
  9. Fugen können Sie mit dem Mittel und einer weichen, alten Zahnbürste bearbeiten.
  10. Jede Stelle sollte nach der Anwendung vollkommen trocknen.
  11. Heizen Sie ausreichend und lüften Sie regelmäßig, um die Anwendung zu unterstützen.
  12. Erst wenn die Stellen sich ausreichend “erholen” konnten, können Sie diese wieder verputzen und mit Kalkfarbe überstreichen.

Häufig gestellte Fragen

Wer muss den Schaden zahlen? Mieter oder Vermieter?

Hat sich der Vermieter den Schaden angesehen und wurde festgestellt, dass nicht Sie diesen zu verantworten haben, ist der Fall in der Regel klar. Der Vermieter muss den Schimmel entfernen und für die Kosten aufkommen.

Kann ich mit einer Mietminderung rechnen?

Haben Sie Ihren Vermieter über den Schimmelbefall informiert und ihn unter Angabe einer Frist gebeten, diesen zu entfernen, sind Sie schon einmal auf der sicheren Seite. Geschieht nach Ablauf der Frist immer noch nichts, haben Sie in der Regel das Recht Ihre Mietkosten zu mindern. Dies gilt jedoch nur für den Fall, das Sie den Schimmelbefall nicht selbst verursacht haben.

Wie kann ich Schimmel im Schlafzimmer vermeiden?

Schimmel lässt sich in den meisten Fällen leicht vermeiden. Folgendes hilft: Stoßlüften Sie jeden Tag morgens und abends. Sparen Sie außerdem nicht mit der Heizung. Haben Sie viele Pflanzen im Zimmer? Quartieren Sie diese in ein anderes Zimmer um. 
Überwachen Sie außerdem die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. So können Sie sicher gehen, dass diese nie zu hoch ist oder ggf. die Luftfeuchtigkeit senken.

Wann ist Schimmel im Schlafzimmer gefährlich?

Je häufiger der Kontakt zu Schimmel gegeben ist – wie im Schlafzimmer – desto schädlicher die Auswirkungen und ernsthafter die mögliche Erkrankung. Die Schimmelarten an sich sind unterschiedlich gefährlich. Gesundheitsschädigend sind sie allesamt, gelber Schimmel ist jedoch besonders gefährlich. Zur besonders gefährdeten Zielgruppe zählen Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere und kleine Kinder.

Über den Autor

Matthias ist Verkaufsleiter bei Finstral. Er hat einen guten Draht zu seinen Kunden und spricht deren Sprache. Von Fenster/Haustüren und Wintergarteneigenschaften und -fachbegriffen kann er ein Lied singen.
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