Kaltwintergarten: Vor- und Nachteile kennen

Definition: Was ist ein Kaltwintergarten?

Ein Kaltwintergarten ist ein geschlossener Raum, der sich in der Regel an ein Haus anschließt. Oftmals ist dieser komplett oder größtenteils – einfach – verglast.

Der Kaltwintergarten wird – wie der Name schon verrät – nicht beheizt und ist nicht speziell gedämmt bzw. isoliert.

Aufgrund dessen kann der kalte Garten nicht ganzjährig genutzt werden, ist aber auch kostengünstiger als der Wohnwintergarten.

Je nach Bebauungsplan lassen sich Wintergärten auch bei Doppelhaushälften oder Reihenhäusern verwirklichen.

Vor- und Nachteile kalter Wintergärten

VorteileNachteile
Raum für WinterpflanzenNicht beheizt
Bringt viel LichtZählt nicht als Wohnfläche
Schöner und naturnaher Aufenthaltsraum – speziell bei unschönem WetterKann im Winter nur als Stellfläche genutzt werden
Bietet zusätzliche NutzflächeStarke Temperaturschwankungen
Wertet die Immobilie aufEingeschränkt nutzbar
Häufig Kondenswasser durch unzureichende Dämmung (Risiko von Schimmel)

Alles zur Baugenehmigung

Ob der Kaltwintergarten, den Sie sich erträumen, genehmigungspflichtig ist, hängt zunächst einmal davon ab, in welchem Bundesland Sie leben.

In fast allen Bundesländern benötigen Sie eine Baugenehmigung. Ausschließlich in Bremen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und in Hessen können Sie von Ausnahmeregelungen profitieren. Diese hängen von der Größe des Wintergartens ab.

Der richtige Boden für Ihren Wintergarten

Bei einem Kaltwintergarten reicht als Bodenaufbau ein einfaches Streifenfundament.

In jedem Fall muss der Boden selbst nicht nur das Konstrukt des Wintergartens tragen, sondern außerdem frostsicher sein und Feuchtigkeit blockieren.

Die Bodenplatte des Wohnwintergartens hingegen muss darüber hinaus auch noch perfekt abgedichtet und gedämmt sein.

Denken Sie darüber nach, Ihren Wintergarten selber zu bauen, sollten Sie zumindest beim Bodenaufbau eine Fachkraft hinzuziehen oder bestenfalls das Fundament gänzlich den Experten überlassen.

Fehler beim Bodenaufbau können teure Schäden nach sich ziehen, die sich nicht nur auf den Wintergarten sondern auf die ganze Immobilie auswirken können.

Kaltwintergarten oder Wohnwintergarten – hier liegen die Unterschiede

Im Gegensatz zum Kaltwintergarten muss der Wohnwintergarten sich an Energiesparverordnungen halten. Das heißt, dass der Raum gedämmt sein sowie die Temperatur über einem bestimmten Grenzwert liegen muss. In der Regel verfügt der Wohnwintergarten mindestens über eine Doppelverglasung.

Dementsprechend wird bei der Berechnung der Wohnfläche die Fläche des Wohnwintergartens ganz gezählt, die des Kaltwintergartens nur zur Hälfte.

Ersteres ist besonders erfreulich, wenn die Immobilie veräußert oder vermietet werden soll.

Da Wohnwintergärten bedeutend besser isoliert sind, haben sie weniger mit Kondenswasserbildung zu kämpfen. Das ist nicht nur unschön, sondern birgt auch noch das Risiko der Schimmelbildung.

Gemeinsam haben die beiden Wintergärten jedoch, dass sie zusätzliche Nutzfläche bieten. Im Kaltwintergarten ist diese jedoch hauptsächlich nur in den Übergangsjahreszeiten – Herbst und Frühling – komfortabel nutzbar

Aus den genannten Gründen wertet daher ein Wohnwintergarten die Immobilie stärker auf, als es ein Kaltwintergarten könnte. Der Kaltwintergarten punktet dafür mit geringeren Kosten.

KaltwintergartenWohnwintergarten
Zusätzliche WohnflächeBedingtJa
Zusätzliche NutzflächeJaJa
Im Winter nutzbarNeinJa
Aufwertung ImmobilieJaHohe Aufwertung
DichtNicht immerJa
BeheiztNeinJa
GedämmtNeinJa
Bildung von Kondenswasser (Schimmelbildung)JaNein
TemperaturschwankungenJaNein
KostenNiedrigerHöher
Baugenehmigung nötigJe nach Bundesland und GrößeJa

Kaltwintergarten oder Terrassenüberdachung?

Ein Kaltwintergarten schließt zu allen vier Seitenwänden ab und schützt optimal vor Wind und Regen. Eine Terrassenüberdachung hingegen bietet nur Schutz von oben und gelegentlich an den Seiten.

Nachrüsten: Kaltwintergarten in Wohnwintergarten umbauen

Möchten Sie Ihren Wintergarten ganzjährig nutzen und sich temperaturunabhängig wohlfühlen, sollten Sie überlegen, Ihren Kaltwintergarten in einen Wohnwintergarten umbauen zu lassen.

Hier gilt vor allem zu beachten, dass es für einen Wohnwintergarten in jedem Fall eine Baugenehmigung braucht.

Der Kaltwintergarten selbst muss in puncto Isolierung und Verglasung aufgerüstet werden.

Meist muss auch beim Bodenaufbau nachgebessert werden.

Durchaus kann es sein, dass es effizienter ist, den Kaltwintergarten nicht nachzurüsten, sondern den Wohnwintergarten Ihrer Wahl neu aufbauen zu lassen.

Gerne beraten wir Sie, welche Option für Sie die sinnvollste ist. Sie möchten sich selbst noch weiter informieren? Gerne senden wir Ihnen ein kostenloses 60-seitiges Wintergarten Info-Magazin zu.

Warum Wintergarten von Finstral

Dank 30 Jahren Erfahrung in der Wohnwintergarten-Montage weiß Finstral auch in komplexen Fällen immer, was zu tun ist. Die Bauanschlüsse lässt das Unternehmen komplett durch das Institut für Fenstertechnik Rosenheim (ift) prüfen, damit am Ende wirklich alles stabil und dicht ist.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Kaltwintergarten?

Die Frage, wie viel ein Kaltwintergarten kostet, lässt sich nicht pauschal beantworten. 
Die Kosten hängen zum einen von der Größe wie auch von den gewünschten Materialien ab. Sie können sich dabei in vierstelligen bis fünfstelligen Bereichen bewegen.
Grundsätzlich ist jedoch ein Kaltwintergarten günstiger als ein Wohnwintergarten. Zu den Kosten für Material und Montage kommen noch Kosten für die Baugenehmigung.

Kann ein Kaltwintergarten beheizt werden?

Ja, grundsätzlich kann ein Kaltwintergarten beheizt werden. In den meisten Fällen wird dies jedoch nicht gemacht, da dieser über keine Wärmedämmung verfügt und demnach “zum Fenster hinaus” geheizt würde. Natürlich können Sie trotzdem in Ihren Kaltwintergarten beispielsweise einen Ofen integrieren.

Wie lange sind kalte Wintergärten nutzbar?

Kalte Wintergärten sind vor allem zu den milden Jahreszeiten komfortabel nutzbar. Im Winter können Sie hier lediglich Pflanzen überwintern, da es hier ansonsten zu kühl wird. Im Sommer kann es durch den Glashauseffekt (fehlende Isolierung) schnell zu heiß werden.

Welche Pflanzen und Möbel eignen sich für den Kaltwintergarten?

Der Kaltwintergarten ist nicht gedämmt – demnach ist er kühl, wenn es draußen kühl ist und ist oftmals nicht dicht. Entsprechend robust sollten Pflanzen und Möbel sein. Setzen Sie bestenfalls auf Möbel für den Outdoorbereich – solche, welchen Feuchtigkeit nicht schaden kann – und temperaturunempfindliche  Pflanzen. Für den kalten Fußboden lohnt sich ein Outdoorteppich. Von Vorhängen aus Stoff raten wir ab – alternativ können Sie auf Raffstores oder Jalousien setzen.

Wie vermeide ich Feuchtigkeit im Kaltwintergarten?

Um Feuchtigkeit im Kaltwintergarten zu vermeiden, sollte unbedingt regelmäßig und richtig gelüftet werden. Insbesondere kalte Wintergärten, die nicht isoliert sind, sind prädestiniert für Kondenswasserbildung. Alternativ kann auch eine automatische Belüftung über die Fenster integriert werden – hier finden Sie einen Vergleich der verschiedenen Lüftungsmöglichkeiten.

Über den Autor

Matthias ist Verkaufsleiter bei Finstral. Er hat einen guten Draht zu seinen Kunden und spricht deren Sprache. Von Fenster/Haustüren und Wintergarteneigenschaften und -fachbegriffen kann er ein Lied singen.
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